GIZEH - GEODÄTISCHE ERKENNTNISSE

0 - EINLEITUNG


0.1 - Zu den bisherigen Veröffentlichungen

Jeder der sich mit Archäologie, speziell mit altertümlicher Architektur, Geomantie oder der Esoterik ein wenig beschäftigt hat, begegnet dabei unweigerlich dem Thema der großen Pyramide von Gizeh, samt all ihren Deutungsversuchen.

Eigene Nachforschungen und Berechnungen förderten Ergebnisse zu Tage, die different zu den bisher getätigten Veröffentlichungen sind. Dies ist auch der Grund der vorliegenden Studie. Auf den folgenden Seiten wird bewiesen, daß alle bis heute herausgegeben Deutungen, nur teilweise richtig sein können.

Alle bisher getätigten Deutungen hinsichtlich der Proportionen der großen Pyramide lassen sich auf drei Aussagen reduzieren:

 
1 eine Korrelation der großen Pyramide mit der Zahl pi ist eher zufällig
2 die große Pyramide ist eine Darstellung der Zahl pi
3 die große Pyramide ist eine Darstellung der Erde
 
Annahme 1 wird von der "offiziellen"Richtung, also der Archäologie vertreten. Ein typisches Beispiel gibt hier Jean Philippe Lauer mit seinem 1976 veröffentlichtem Buch "Das Geheimnis der Pyramiden" ab.
Im wesentlichen bestehen die Argumente aus zwei Faktoren. Erstens, dem Papyrus Rhind, das auf 1800-1600 v.Chr. datiert wird, und einen Wert von (16/9)² = 256/81 = 3,16 für die Zahl pi enthält. Und zweitens auf der, durch Untersuchungen basierenden, Erkenntnis, das die Ägypter ganzzahlige Verhältnisse benutzten um Steigungen darzustellen oder zu bauen, also letztlich keine Winkel, in unserem Sinne, kannten.
.Dies führte zu der Hypothese, das die große Pyramide von Gizeh durch diese Ganzzahligkeit bedingt, ein Steigungsverhältnis von 11/14 besitzt. Als Näherungswert für pi /4 sei so, zufällig, die Zahl pi hinein gelangt, ohne das dies den Erbauern bewußt gewesen sei.

So bedeckt sich die offizielle Altertumsforschung in Sachen Gizeh gibt, um so mehr Deutungsversuche existieren im sogenannten esoterischen Bereich.

Befaßt man sich genauer mit diesen Interpretationen, kann man sich hier allerdings des Eindruckes nicht erwehren, das einige Autoren sich die Pyramide passend machen, um ihre Zahlenmodelle an den Mann bringen zu können.

Allgemeiner Ansatz ist ja: Man nehme den Äquatorumfang, und teile ihn durch die Anzahl der Sekunden eines Tages und man erhält den halben (Sockel)Umfang der großen Pyramide von Gizeh.

Der Äquatorumfamg wird in Meter angegeben, während die Sekunden ja eine Zeit darstellen. Wenn man nun eine Strecke durch eine Zeit teilt, so erhält man eine Geschwindigkeit und keine Länge. Man kann dies relativ einfach korrigieren, indem man den zeitlichen Wert als dimensionslosen Verhältnisfaktor interpretiert, oder einfach als geometrischen Winkel, wie es von einigen Autoren auch praktiziert worden ist.

Ein weiterer Punkt der Kritik ist die Art und Weise wie mit Meßgrößen umgegangen wird. Statt Genauigkeitsbetrachtungen findet man in der Regel Rundungen, mit denen dann PI mal Daumen Rechnungen getätigt werden. So lassen sich natürlich ganze Universien in die Pyramide interpretieren.

Hinzu kommt, das zwischen gemessenen und errechneten Größen nicht unterschieden wird. Die bisher genauesten verfügbaren (direkten) Meßdaten der Pyramide entstammen der Untersuchung von J.H. Cole,die dieser im Auftrag der ägyptischen Regierung im Jahre 1925 durchführte. Seine Werte für die Seitenlängen und den Basisumfang werden daher auch immer wieder benutzt.

Da an der Pyramide ein Eckstein des Sockels zu stark beschädigt war, konnte schon Petrie kein Maß für den Sockelumfang angeben. Aufgrund der gemessenen Daten von Cole und Flinders-Petrie errechnete Fix dann einen Sockelumfang.

Alle Angaben zur Pyramidenhöhe sind Hypothesen, da an der Pyramide etwa 2 m der Spitze fehlen und es praktisch so gut wie unmöglich ist, hier einen Meßwert bzgl. der ursprünglichen Höhe zu erhalten.

Also gehen alle Publikationen die den Sockelumfang und/oder die Pyramidenhöhe benutzen, um ihre Zahlenmodelle zu belegen, von einem errechneten Wert bzw. einer hypothetischen Größe aus. Wie noch zu sehen sein wird, kann man diese Modelle als reine Spekulationen behandeln. Allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, das dem einen oder anderen Autor dabei auch mal ein Glückstreffer gelungen ist.

Die Proportionen der großen Pyramide betreffend, sind die bisherigen Modelle vom qualitativen Ansatz zum Teil zwar korrekt, aber in der quantitativen Ausführung so gut wie alle falsch. Man kann sie daher allenfalls als Näherungen bezeichnen.

Die einzig wirklich verläßlichen und offiziell anerkannten direkten Meßdaten über die große Pyramide stammen von Flinders-Petrie und von Cole. Es handelt sich hier um die Maße für die Seitenlängen und den Basisumfang. Warum benutzt aber niemand die gemessenen Daten? Wie aber noch zu sehen ist, passen die Meßwerte nicht so ohne weiteres zu den Werten der Erde, wenn man die bisherigen Ansätze zugrunde legt, d.h. wenn man von einer Kugelgestalt der Erde ausgeht.

 

0.2 - Zu dieser Studie

Durchweg alle Autoren halten es wohl für möglich, das die alten Kulturen Kenntnis von der räumlichen Gestalt der Erde hatten, aber ein genaueres Wissen der Erddaten scheint keiner den Alten zuzutrauen. Soweit mir bekannt ist, hat dann auch niemand versucht die tatsächliche Erdgestalt bzw. andere geophysikalische Größen (geodätische Systeme) als Betrachtungsgrundlage für den Gizeh-Komplex zu verwenden.

Überhaupt scheinen alle, im esoterischen Bereich, wie hypnotisiert, auf die große Pyramide und die Zahl pi zu starren, und übersehen dabei das eigentlich wunderbare Gefüge der Gesamtkonstruktion.

Im klassisch archäologischen Bereich geht es aber auch nicht besser zu. Sich auf ihre Untersuchungen berufend, werden alle Argumente hier einfach weggewischt. Mit der Begründung, das ja bis heute nichts Konkretes gefunden wurde (an Inschriften), was ein geophysikalisches Wissen der Ägypter bestätigen könnte.
Daher an dieser Stelle noch ein Wort an die Archäologen. Zu behaupten eine geophysikalisch/mathematische Untersuchung des Gizeh-Komplexes reiße ihn aus dem historischen Kontext heraus, ist hier irrelevant. Diese Argumentation geht am Thema vorbei, denn wenn der Gizeh-Komplex eine Korrelation zu geophysikalischen Größen besitzt, dann ist diese auch nachweisbar, unabhängig von dem was die Archäologie weiß oder nicht weiß.

Ebenso die Argumentation die Ägypter hätten keine Winkel gekannt und man müsste erst eine Theorie darüber aufstellen bzw. dieses verlange ein Modell das ebenfalls keine Winkel benutzt. Die Seitenverhältnisse der Ägypter lassen sich durchaus als tangens-Funktion interpretieren. Irgendwie scheint den Archäologen der mathematische Begriff der Isomorphie vollkommen fremd zu sein. Es ist nämlich egal welches Maß- oder Winkelsystem hier im nachhinein benutzt wird - ansonsten müsste sich die Archäologen auch fragen warum sie die Masse in Zoll bzw Zentimeter angeben und nicht in ägyptischen Ellen..
Man kann sich bei der Diskussion mit Archäologen einfach des Eindruckes nicht verwehren, das hier eine Konsensbildung stattgefunden hat, die inzwischen zum Volldogma mutiert ist.

Untersucht man nämlich nicht nur die große Pyramide, sondern den Gesamtkomplex Gizeh, so erhält man derart viele mathematische und geophysikalische Bezüge, daß die Annahme der Zufälligkeit nicht länger haltbar ist.

Der Gizeh-Komplex enthält Ausrichtungen zu allen 4 Extremwerten des erdmagnetischen Feldes, die mit einer Genauigkeit im Bogenminuten-Bereich angelegt sind, und der Gesamtanlage auch einen, und zwar nicht unerheblichen, Aspekt ihres Aussehens verleihen.

Weiterhin lassen sich die Abmaße und auch der Ort des Gizeh-Komplexes aus den Erdmaßen ableiten, wenn man berücksichtigt, das die Erde keiner Kugel, sondern eher noch einem Ellipsoiden ähnelt. Auch hier haben sich verblüffende Genauigkeiten ergeben.

Daher wird auf den folgenden Seiten ein mathematisch und physikalisch begründeter Ansatz geliefert, mit dem ein wissenschaftliches Modell für den Gizeh-Komplex möglich ist.

Ausgangspunkt ist dabei Annahme 3, die noch etwas erweitert wird. Folgende Behauptung wird hiermit aufgestellt:

 
der Gizeh-Komplex steht mit seiner Geometrie in Beziehung zu geophysikalischen Größen der Erde
 
Insgesamt ist im Gizeh-Komplex ein ziemlich umfassendes Wissen, die Erde betreffend, verbaut. Ein Wissen, das den Ägyptern von Seiten der Archäologie nicht eingeräumt wird.

Die Frage, die sich hier aber erhebt ist doch: Woher bzw. von wem stammen die zum Bau der Gizeh - Anlage erforderlichen Kenntnisse? Eine Frage, an der Archäologen zukünftig nicht mehr vorbei kommen werden.

Um es vorweg zu nehmen: Es existieren globale Bezüge im gesamten Gizeh-Komplex, die Erdgestalt und das magnetische Feld (der Erde) betreffend. Dies sind keine Spekulationen, sondern Sachverhalte, die sich durch Berechnung und Vergleich belegen lassen.

Ferner existiert zu jedem globalen Bezug eine geometrische Konstruktion, so daß sich so etwas wie eine innere Geometrie der Anlage ergibt. Aus diesen Faktoren läßt sich dann auch ein Bauplan der Gizehanlage konstruieren. Es sei hier allerdings noch vermerkt, das dieser Bauplan nicht vollständig ist, d.h. nicht alle Elemente der Anlage konnten bestimmt werden. Die Gesamtkonstruktion Gizeh ist ein derart komplexes Gebilde, das die hier veröffentlichen Daten lediglich als Schlüssel zu betrachten sind, die allerdings endlich das Türschloß zum Geheimnis des Gizeh-Komplexes öffnen.

Um den Gizeh-Komplex in seiner Geometrie hinreichend erklären zu können, bedarf es der Hilfe einiger Fachbereiche. Benötigt wird natürlich die Mathematik, in diesem Fall besonders die Geometrie, speziell Ellipsen-Konstruktion und Berechnung, und dazu noch die sphärische Trigonometrie, d.h. die Berechnung von Dreiecken auf Kugeloberfächen.

Weiterhin bedarf es eines Fachgebietes, das auf den ersten Blick, nichts mit der Thematik zu tun hat nämlich der Geophysik. Hier werden zwei Teilgebiete benutzt: erstens geodätische Systeme, also Modelle die die Erdgestalt beschreiben, und zweitens das magnetische Feld der Erde.

Um eine einfache Lesbarkeit zu gewährleisten, sind fast alle Berechnungen auf ein Minimum reduziert worden, so das in den jeweiligen Kapiteln nur die zum Verständnis notwendigen Herleitungen bzw. Endgleichungen und fertige Tabellen aufgeführt werden. Für den Leser, der sich näher mit der Thematik befassen möchte, befinden sich entsprechende Hinweise bzw Links im Text

     
Modernere Karte von Gizeh
Abbildung 0.1 - Der Gizeh-Komplex
  Zur Veranschaulichung der Zusammenhänge werden in diesem Buch immer wieder zwei Karten des Gizeh-Komplexes benutzt. Eine moderne Version, wie sie z.B über das Internet beziehbar ist.
     
Karte von Howard Vyse
Abbildung 0.2 - Der Gizeh-Komplex von Howard Vyse
  Außerdem wird noch eine ältere Karte benutzt, und zwar die von Howard Vyse aus dem Jahr 1837.
Die ältere Karte wird aus zwei Gründen verwendet: erstens besitzt sie eine geographische Breiteneinteilung und zweitens zeigt sie den Gizeh-Komplex und das umliegende Gelände in einem Zustand, der noch relativ unberührt von Ausgrabungen war. Heißt also, das nur die markantesten Bauwerke sichtbar sind, und sich daher für bestimmte Anschauungszwecke eine bessere Übersicht erzielen läßt.
     
Die einzelnen Zeichnungen haben natürlich nur Anschauungswert. Sie sind keine Beweise, allenfalls Hinweise. Die eigentliche Beweisführung wird erst durch die Berechnungen erbracht, die in dieser Studie veröffentlicht sind, bzw. durch den Vergleich der errechneten Werte mit den tatsächlichen Verhältnissen.

 

0.3 - Bestimmungsrichtlinien

Um eine Menge von Aussagen zu erhalten, die man als Konstruktionsvorschrift der Anlage bezeichnen kann, bedarf es einiger Richtlinien. Dies ist schon deswegen erforderlich, um Phantasiegebilde oder auch schwache Korrelationen zu verhindern. Es sollte stets klar entscheidbar sein, ob eine Beziehung zwischen dem Gizeh-Komplex und der Erde existiert. Nur dadurch ist überhaupt Quantisierbarkeit erst möglich. In dieser Untersuchung der Gizehanlage bezüglich Beziehungen zu Daten der Erde werden daher folgende Bestimmungsrichtlinien gelten.
 
1a Zusammenhänge sollten (natur)wissentschaftlich beschreibbar sein
1b Zusammenhänge sollten möglichst einfach beschreibbar sein
 
Mit dem ersten Punkt der Richtlinie 1 sind alle esoterischen Modelle ausgeschlossen, die z.B. irgendwelche Quersummenbildungen tätigen und dann Vergleiche mit sogenannten heiligen Zahlen oder Verhältnissen machen. Solche Aussagen stellen keine beweiskräftige Grundlage dar, und sind daher allenfalls im Nachhinein als Indizien verwendbar.

Der zweite Punkt der Richtlinie 1 bedeutet dann also, das Zusammenhänge entweder durch Gleichungen oder Konstruktionsvorschriften (Aussagen) mathematischer oder auch geophysikalischer Art, die nachvollziehbar und letzten Endes dadurch auch beweisbar bzw. widerlegbar sind, ausgedrückt werden können. Damit kommen wir zur zweiten Bestimmungsrichtlinie.

 
2 Zusammenhänge sollten direkte Bezüge zu geophysikalischen Größen enthalten
 
Hiermit wird quasi verhindert das Größen benutzt werden, die hinterher in der Anlage keine Rolle spielen. Wie z.B. in dem Buch "Maßsysteme der Tempel" von J. Michell und W. Wagner das 1982 erschienen ist. Auf Seite 78 werden da Bezüge vom Basisumfang der großen Pyramide zum 10ten und zum 50ten Breitengrad hergestellt, und zwar durch Vergleiche mit Tabellenwerte der Erde vom Smithonian Institut. Außer durch diesen Vergleich, sind die genannten Bezüge durch nichts belegbar. Auf solche Art und Weise lassen sich natürlich alle möglichen Relationen zu irgendwelchen universellen Begebenheiten konstruieren.

Dabei existieren direkte Bezüge des Umfangs zum polaren Durchmesser, wenn man den Abplattungsfaktor der Erde, also die tatsächliche Gestalt der Erde, mit berücksichtigt. Und das mit einer erstaunlichen Genauigkeit. Womit wir zur dritten Bestimmungsrichtlinie kämen.

 
3 Die ermittelten Werte sollten im Rahmen minimaler Fehlertoleranzen liegen
 
Durchmesser der Erde, Basisumfänge und Abstände der Pyramiden und die Seitenlängen der grossen Pyramide sind Meßwerte, und dadurch mit Fehlertoleranzen behaftet. Dieser Fakt ist bei Verrechnungen der Meßwerte zu berücksichtigen. Erstens durch entsprechende Fehlerabschätzungen oder Fehlerberechnungen und zweitens durch die Richtlinie 3.

Hier wird quasi erwartet, das errechnete Werte innerhalb dieser Fehlergrenzen liegen und das diese Grenzen so minimal wie möglich gehalten werden. Auch damit soll verhindert werden, das Spekulationen hier Einfluß erhalten, die dann aber rechnerisch nicht belegbar sind.

Mit diesen Bestimmungsrichlinien ist es nun möglich die oben aufgestellte Behauptung zu beweisen. Heißt also zu zeigen, daß der Gizeh-Komplex keine zufällige Ansammlung von Bauwerken ist, sondern über eine Geometrie verfugt, die an den tatsächlichen geophysikalischen Größen der Erde orientiert sind.

 

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