KRITERIEN ZUR GEOMETRIEBESTIMMUNG
IN LANDSCHAFTEN
© Klaus Piontzik
Umgebungen
| Die meisten, in regonalen Studien, benutzten Zeichnungen haben einen Maßstab von 1:100000. |
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Die, darin verwendeten Kreise um die einzelnen Orte, besitzen, in der Regel, einen Radius von 1,25 mm. Dies entspricht einer Strecke von 125 Meter. Der Durchmesser des Kreises beträgt damit 250 Meter. |
| Damit ist
in jedem Fall garantiert, das alle aufzunehmenden Objekte innerhalb dieser
Begrenzung liegen.
Dies ist wichtig für diejenigen Anlagen, von denen sich
ein metergenauer Standpunkt nicht mehr angeben läßt. Die Benutzung von 250 Meter als Grunddurchmesser hat sich, in der Praxis, als günstigtste Grösse ergeben. Einzelne Objekte, wie Denkmäler und Gebäude, befinden sich stets im Zentrum des jeweiligen Kreises. Allgemein gesehen, stellen die Kreise die unmittelbare Umgebung eines geographischen Ortes dar. Daher lassen sich jetzt, in Anlehnung an die Topologie, folgende Definitionen tätigen: |
| K2 | Eine beliebig große kreisförmige Fläche um einen geographischen Ort (als Mittelpunkt) heißt Umgebung des Ortes |
| Definition | Hat die Umgebung eines beliebigen geographischen Ortes einen Radius von 125 Meter so heißt sie Standardumgebung des Ortes |
| Bezeichnung | Ein beliebiger geographischer Ort mit einer Standardumgebung heißt dann Umgebungspunkt |
| So läßt
sich auch genau unterscheiden zwischen einem geographischen
Punkt, der ja durch Länge und
Breite angegeben wird, und den zur
Untersuchung von Geometrien benutzten Umgebungspunkten.
Der Einfachheit halber läßt sich noch vereinbaren, das Umgebungspunkte auch einfach als Umgebungen bezeichnet werden können. |
| Insgesamt werden z.B. in der Ruhrgebiet-Studie vier Maßstäbe verwendet. Bei drei von ihnen ist es angebracht Umgebungspunkte zu benutzen. | |
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Bei größeren Maßstäben,
also ab 1:200000 ist es nicht mehr sinnvoll
Umgebungspunkte zu gebrauchen. Diese wären einfach zu klein. Zur weiteren Betrachtung müßte die Umgebung ausgedehnt werden. |
| K3 | Farbfestlegung für Umgebungen |
| Durch eine entsprechende Farbgebung läßt sich an den Umgebungen auch die Art des darin enthaltenen Objektes noch festlegen bzw. feststellen. Für einen Maßstab von 1:100000 sieht das so aus | ![]() |
erweiterte Umgebung, Bereiche, Gebiete
| Es
existieren dann noch Objekte, die durch Parkanlagen oder
auch nur durch eine größere bauliche Ausdehnung, über
die Umgebungspunkte hinaus reichen. In diesen Fällen ist
es erforderlich den Durchmesser der umgebenden Kreise zu
erweitern. Der einfachste Weg der Umgebungserweiterung besteht in der Verdopplung des Radius bzw. des Durchmessers eines Umgebungspunktes. |
| Definition | Hat die Umgebung eines beliebigen geographischen Ortes einen Radius von 250 Meter so heißt sie erweiterte Standardumgebung des Ortes |
| Bezeichnung | Ein beliebiger geographischer Ort mit einer erweiterten Standardumgebung heißt dann erweiterte Umgebung oder auch 2fach-Umgebung |
| Eine erweiterte Umgebung sieht in der graphischen Darstellung dann so aus: |
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| Da die
erweiterten Umgebungen in den Maßstäben 1:25000 bis 1:100000
immer nur in Kombination mit Umgebungspunkten erscheinen,
und darüber hinaus auch gestrichelt gezeichnet werden,
sind Verwechslungen eigentlich ausgeschlossen. Und beim Maßstab 1:200000 stellen die erweiterten Umgebungen ja gerade die Fortsetzung der Umgebungspunkte dar. Trotz der Erweiterung treten noch Fälle auf, bei denen die Gesamtanlage umfassender ist als eine erweiterte Umgebung, wie z.B. im Stadtgarten Bottrop, oder die Parks um Schloß Wittringen, Schloß Oberhausen, Schloß Berge und Schloß Schellenberg im Ruhrgebiet. Und für einen weiteren
Fall ist es angebracht, die erweiterte Umgebung in ihrem
Radius noch einmal zu vergrößern: So ist es also notwendig, jetzt eine erweiterte Umgebung auf eine größere Fläche auszudehnen. Auch hier besteht der einfachste Weg in einer nochmaligen Verdopplung der Umgebung. |
| Definition | Hat die Umgebung eines beliebigen geographischen Ortes einen Radius von 500 Meter so heißt sie Bereichsumgebung des Ortes |
| Bezeichnung | Ein beliebiger geographischer Ort mit einer Bereichsumgebung heißt dann Bereichspunkt oder auch 4fach-Umgebung |
| Ein Bereichspunkt sieht in der graphischen Darstellung dann so aus: | |
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Da die Bereichspunkte in allen Maßstäben immer nur in Kombination mit Umgebungspunkten und erweiterten Umgebungen erscheinen, sind auch hier Verwechslungen eigentlich ausgeschlossen. |
| Der
Einfachheit halber kann man auch hier nur den Begriff Bereich benutzen, wenn von
Bereichspunkten die Rede ist. Eine weitere Vergrößerung der Umgebung ist für einzelne Objekte nicht mehr sinnvoll. Zur Eingrenzung und Betrachtung von Stadtgebieten dagegen, kommt es nicht so auf genaue Koordinaten an, sondern eher auf die Ausdehnung des jeweiligen Stadtkernes. In diesem Fall ist es also angebracht noch einmal eine Erweiterung der Umgebung vorzunehmen. Und zwar wieder durch eine Verdopplung. |
| Definition | Hat die Umgebung eines beliebigen geographischen Ortes einen Radius, der größer als 1000 Meter ist, so heißt sie Gebietsumgebung des Ortes |
| Bezeichnung | Ein beliebiger geographischer Ort mit einer Gebietsumgebung heißt dann Gebietspunkt |
| Ein Gebietspunkt sieht in der graphischen Darstellung folgendermaßen aus: | |
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Auch hier läßt sich der Einfachheit halber vereinbaren, das Gebietspunkte ebenfalls als Gebiete bezeichnet werden können. |
| Für die
Umgebungen, erweiterten Umgebungen und für Bereiche
gelten die in K3 festgelegten Farbzuweisungen. Für
Gebiete wurde eine andere Farbwahl getroffen. Da Gebiete ja nur bei Städtebetrachtungen benutzt werden, ist durch den blauen Umkreis und die gelbe Füllung immer ein eindeutiger Zusammenhang gegeben. Ein weiterer Unterschied von Gebieten zu Umgebungen und Bereichen liegt darin, das alle in den Definitionen beschriebenen Umgebungen jeweils einen fixen Radius besitzen, während bei Gebieten nur ein gewisser Mindestradius (1000 m) gefordert wird. Genau dieser Umstand ermöglicht es, die Gebiete in ihren Radien an den tatsächlich vorhandenen Stadtkernen anzupassen. Was dann auch eine recht gute Einordnung von Städten in Gittersysteme oder andere geometrische Konstruktionen erlaubt. |
reduzierte Umgebung, Mikropunkte
| Analog zur Vergrößerung von Umgebungen, lassen sich Umgebungen auch verkleinern. Dies ist bei kleineren Maßstäben durchaus sinvoll, da es die Genauigkeit der Betrachtung erhöht. Und etliche Einzelobjekte auf diese Weise noch besser lokalisiert werden können. Ausgehend von einem Umgebungspunkt erhalten wir die nächst kleinere Umgebung durch eine Halbierung des Umkreisradius |
| Definition | Hat die Umgebung eines beliebigen geographischen Ortes einen Radius von 62,5 Meter so heißt sie reduzierte Standardumgebung des Ortes |
| Bezeichnung | Ein beliebiger geographischer Ort mit einer reduzierten Standardumgebung heißt dann reduzierte Umgebung oder auch 1/2-Umgebung |
| Eine reduzierte Umgebung läßt sich in der graphischen Darstellung so darstellen: | |
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Bei einem Maßstab von 1:50000 stellt die reduzierte Umgebung qausi die Fortführung des Umgebungspunktes dar. Analog zur erweiterten Umgebung, nur in die andere Richtung, also ins Kleinere. |
| Aus
dieser Analogie heraus wird auch der Umkreis der
reduzierten Umgebung in gestrichelter Form ausgeführt,
wenn der Maßstab noch weiter verkleinert wird. Da dies
nur noch der Maßstab 1:25000 ist, und die reduzierte
Umgebung immer mit dem jeweilig zugehörigem
Umgebungspunkt auftritt, sind auch hier Verwechslungen
ausgeschlossen. Bei Objekten wie einzelnen Gebäuden, Türmen oder auch bei Denkmälern ist noch eine weitere Verkleinerung sinnvoll. Wie gehabt läßt sich jetzt die kleinste, hier vorkommende, Umgebung aus einer erneuten Halbierung der reduzierten Umgebung gewinnen. |
| Definition | Hat die Umgebung eines beliebigen geographischen Ortes einen Radius von 31,25 Meter so heißt sie Mikroumgebung des Ortes |
| Bezeichnung | Ein beliebiger geographischer Ort mit einer Mikroumgebung heißt dann Mikropunkt oder auch 1/4-Umgebung |
| Ein Mikropunkt ist hier ja lediglich in einem Maßstab von 1:25000 vorhanden und sieht in der graphischen Darstellung so aus: | |
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Für die reduzierten Umgebungen und für Mikropunkte gelten ebenfalls die in K3 festgelegten Farbzuweisungen. |
| Denkbar wäre
jetzt zwar noch eine weitere Verkleinerung der Umgebung,
also die Einführung eines Nanopunktes.
Wie sich jedoch gezeigt hat, ist dies nicht mehr
sinnvoll, da man damit in die Fehlergrenzen der
geographischen Koordinaten geraten würde. Eine
ausreichende Möglichkeit zur Unterscheidung wäre dann
nicht mehr vorhanden. Daher wird hier darauf verzichtet. Für die meisten Studien sind die bisher getätigten Definitionen ausreichend, um ein Objekt oder eine architektonische Anlage hinreichend genau zu umreißen. Und gegebenenfalls sind die bisherigen Kriterien so ausgelegt, das eine Erweiterung, im Großen wie in Kleinen, bzw. eine Anpassung oder auch Differenzierung jederzeit möglich ist. |