KRITERIEN ZUR GEOMETRIEBESTIMMUNG
IN LANDSCHAFTEN
© Klaus Piontzik
Gitter
| Mit Hilfe der Abstandsteilungen kann noch eine weitere wichtige Anwendung abgeleitet werden, nämlich die so genannten Gitter. Liegt z.B. eine Abstands-Teilung in waagerechter Richtung vor, und existiert dazu auch in senkrechter Richtung eine andere Abstandsteilung, so läßt sich, mit den beiden gegebenen Abständen als Grundseiten, ein rechteckiges Gitter erzeugen. |
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| Die
beiden Abstands-Teilungen brauchen nicht unbedingt
senkrecht aueinander zu stehen, sondern können sich auch
unter einem bestimmten Winkel schneiden. Ebenso brauchen
die beiden Teilungen nicht unbedingt in senkrechter oder
horizontaler Richtung zu verlaufen. Sie können auch in
einem beliebigen Winkel zum (kartesischen) Bezugssystem
liegen. Aufgrund dieser Umstände müssen einige Begriffserklärungen bezüglich der konstruierbaren Gitter getätigt werden. In Anlehnung an die Geometrie, lassen sich daher folgenende Definitionen aufstellen: |
| K7 | Ein affines rechteckiges Gitter liegt vor, wenn zwei regelmäßige Abstands-Teilungen existieren, die nicht parallel zu einander verlaufen |
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| Dieses ist die allgemeinste Form eines affinen Gitters. Alle anderen Gittertypen lassen sich als affine Gitter mit bestimmten Eigenschaften beschreiben. |
| Definition | Ein affines Gitter heißt quadratisch, wenn die beiden Abstands-Teilungen gleiche Abstände besitzen |
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| Definition | Ein affines Gitter heißt orthogonal, wenn die beiden Abstands-Teilungen senkrecht auf einander stehen |
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| Definition | Ein affines Gitter heißt kartesisch, wenn es orthogonal ist, und die beiden Abstandsteilungen in horizontaler und in vertikaler Richtung verlaufen |
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| Mit
diesen Definitionen lassen sich quasi alle Gitter, die möglich
sind, klassifizieren. Die meisten, ebenfalls die in
dieser Studie gefundenen, Gitter kann man als affine,
quadratische, orthogonale Gitter bezeichnen. Kartesische Gitter sind, nach Definition, auch immer orthogonale Gitter. Die Längen- und Breitenkreise, die zur Angabe der geographischen Koordinaten dienen, werden hier als kartesisches Gitter benutzt. Die Breitenkreise bilden dabei die horizontale Ausrichtung und die Längenkreise stehen für die vertikale Ausrichtung. Zu jedem Gitter
existiert aber auch ein entsprechendes Diagonalgitter.
Einerseits kann man dies geometrisch begründen,
andererseits gibt es historische bzw. geomantische Gründe.
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| SATZ | Jedes Gitter läßt sich durch ein entsprechendes Diagonalgitter erweitern oder auch ersetzen |
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| In der Zeichnung ist zu erkennen, das das Diagonalgitter nicht orthogonal verläuft, obwohl das zugrunde liegende Gitter diese Qualität besitzt, ja sogar kartesisch ist. Um orthogonale Diagonalgitter zu erhalten bedarf es nämlich folgender Eigenschaft: |
| SATZ | Ein Diagonalgitter ist dann orthogonal, wenn das zugrunde liegende Gittersystem quadratisch ist |
| Und nur eine ganz bestimmte Gruppe von Gittern erzeugt Diagonalgitter, die nicht nur orthogonal, sondern auch quadratisch sind: |
| SATZ | Nur quadratische, orthogonale Gitter erzeugen ebenfalls quadratische, orthogonale Diagonalgitter |
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Schreibweisen für Gitter
| Auf der Grundlage der bisherigen Betrachtungen, läßt sich jetzt eine Schreibweise für Gittersysteme einführen. Die durch Objekte (Punkte) gebildeten Systeme, die als Bezugssysteme dienen, kann man z.B. als Grundsysteme benutzen. Ebenso das geographische Koordinatensystem. |
| Definition | Gitter die als Bezugssysteme benutzt werden heißen Grundgitter |
| Schreibweise | Gitter G <=> #G |
| Die Eigenschaften der Gitter lassen sich dann mit kleinen Buchstaben darstellen, die einfach hinten die bisherige Bezeichnung geschrieben werden: |
| Schreibweise | Eigenschaften der Grundgitter |
| a) Gitter G ist quadratisch <=> #Gq |
| b) Gitter G ist orthogonal <=> #Go |
| c) Gitter G ist kartesisch <=> #Gk |
| Treten
mehrere Eigenschaften auf, so werden auch diese einfach
hinter einander gesetzt. Im Grunde kommen ja lediglich
die Kombinationen qo und kq in Frage. In dieser Untersuchung wird als kartesisches Grundsystem das geographische System benutzt, mit der geographischen Länge Lambda und der geographischen Breite Phi. Dieses System erhält jetzt einen Eigennamen. Hauptsächlich aus Vereinfachungs-und Übersichtsgründen. |
| Schreibweise | kartesisches geographisches Grundsystem |
| Gitter ist kartesisches geographisches Grundsystem <=> Lambda-Phi # |
| wird gelesen: Lambda-Phi-Gitter |
| Dadurch
braucht man bei den geographischen Systemen nur noch
zwischen rechteckigen und quadratischen Systemen zu
unterschieden. Laut obiger Definition der Eigenschaften
von Gittern, ist es dann auch hinreichend, lediglich die
quadratischen Systeme zu kennzeichnen, und zwar mit: Lambda-Phi
#q Außer den Grundgittern existieren auch noch Systeme, die sich aus dem Grundgitter heraus erzeugen lassen.Wie das Diagonalsystem. Solche Gittersysteme heißen dann erzeugte Systeme. |
| Definition | Gitter die aus einem Grundgitter ableitbar sind, heißen erzeugte Gitter |
| Schreibweise | Lambda-Phi # erzeugt Gitter G <=> Lambda-Phi #(G) |
| Mit einem quadratischen Lambda-Phi -Gitter als Grundgitter ( Lambda-Phi #q ), lassen sich quasi alle anderen Gitter als erzeugte Gittersysteme darstellen. |