Schloß Schellenberg
 
700 m südöstlich von Rellinghausen steht auf einem Bergrücken Schloß Schellenberg. Die Hauptburg der zweiteiligen Anlage stammt im wesentlichen aus drei Bauperioden.

Die Geschichte der Burg Schellenberg reicht bis ins 13. Jahrhundert.

Schloß Schellenberg wurde bereits 1313 urkundlich erwähnt, hieß ursprünglich "Haus auf'm Berge" und gehörte den Herren von der Horst

Eines der ältesten Teile ist der Bergfried mit dem ausgebauten Steinhaus und der Kapelle aus dem 14. Jahrhundert.

Über die Familie von Horst und von Kückelsheim gelangt der Besitz 1452 an Johann von dem Vittinghoff gen. Schell.

Die Vorburg weist mit dem heutigen Baubestand eine weitgehende Übereinstimmung auf. Sie stammt in ihren ältesten Bereichen aus dem 17. Jahrhundert.
Im 17. Jh. wurde das Schloß wiederholt erweitert, zuerst 1660, dann 1672-1674, der letzte Anbau geschah 1820.
Der älteste Teil erhebt sich in vier Stockwerken, die beiden oberen unverändert mit kleinen Fenstern und unbenutzt, die unteren 1820 mit den Wappen der von Spee-Vittinghoff.

Die Kapelle wird von vier Kreuzgewölben unterwölbt, von einem schweren Mittelpfeiler mit Kämpfer getragen. Äußerlich zeichnet sich die Kapelle durch ein im 17. Jh. aufgesetztes achtseitiges geschweiftes Dach mit achtseitigem Türmchen aus. Die Kapelle wurde 1670 umgebaut.
Der im Jahre 1660 angefügte Anbau, der die Wappen der Vittinghoff-Ossenbroeck trägt, schließt mit einem dreistöckigen vierseitigen, von einer geschweiften Haube gekrönten Türmchen ab, das im unteren sehr tief geliegenden Geschoß eine offene Renaissancehalle zeigt, deren Rundbogen auf schweren Rundsäulen ruht

In dem Park befindet sich im Süden ein barocker Pavillon von 1674, achtseitig, mit großer zwiebelförmiger Haube und achtseitigem Türmchen über der Tür, zu der eine Freitreppe mit steinerner Brüstung hinaufführt, das Vittinghoffsche Wappen und Inschrifttafel.
Ein weiterer Pavillon befindet sich im westlichen Teil des Parkes. Gegenüber dem Haupttrakt liegt das Backhaus und die ausgedehnten Wirtschaftgebäude aus dem 18. und 19. Jh., teilweise auch mit älterer Bausubstanz

Die Urkatasterkarte von 1821 zeigt die Hauptburg von einem Wassergraben umsäumt. Von diesem Graben sind im Gelände obertägig keine Spuren mehr sichtbar.
Nach dem derzeitigen Kenntnisstand ist zu erwarten, daß Fundamentreste der älteren Vorgängerbauten und Profile des Grabens im Boden erhalten sind