Schloß Oefte
 
Am Ostufer der Ruhr, 3,8 km südwestlich von Werden und 1,7 km östlich von Kettwig, steht Schloß Oefte.

Als "Uvithi" erscheint der Besitz bereits 796 in den Quellen, der in den folgenden Jahrhunderten Oberhof der Abtei Werden wird. Der Name bedeutet soviel wie "Waldhaus am Flusse".

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Huntio vermacht einen Morgen Land in der Villa Uviti (Oeft) mit Wald an das Kloster Werden.

Der Hauptbau zeigt rechts und links des Turmes je fünf Fensterachsen; Reste des alten romanischen Schlosses aus dem 12. oder 13. Jh. befinden sich noch in den unteren Teilen des nordwestlichen Flügels. Hier sind noch zwei starke Säulen auf achtseitigen Basen mit schweren und rohen Kapitellen erhalten, die aus dem Rund in das Viereck überleiten; sie tragen das Gratgewölbe mit ganz flachen und gedrückten Gurten. Die ursprüngliche Grundrißdisposition und Ausstattung wurde im Jahre 1961 durch Umbau und Instandsetzungsarbeiten weitgehend verändert.

Ende des 15. Jahrhunderts gelangt Oefte durch Erbgang an die Familie v. Eller

Auf einer Karte von 1771 wird Schloß Oefte als zweiteilige Anlage dargestellt. Im Gelände sind von dieser Vorburg sowie von der 1844 niedergelegten Kapelle keine obertägig sichtbaren Spuren erhalten, doch sind nach dem derzeitigen Kenntnisstand Fundamentreste im Boden zu erwarten.

1818 gelangt Oefte an den Reichsgrafen Werner von Schulenberg-Wolfsburg.

Das Schloß, ein ehemals wasserumwehrter, zweigeschossiger Bau mit vorspringendem Mittelturm, verdankt sein heutiges Aussehen dem Umbau im Jahre 1850 durch den Architekten Schorlach. Das oberste Geschoß des Turmes mit dem vorkragenden Zinnenkranz ist 1888 bei Umbauarbeiten aufgesetzt worden.


Der Graben, der die mittelalterliche Hauptburg umgab, ist im Gelände als Senke deutlich sichtbar. Nach P. Clemen sind Reste der romanischen Burg in den unteren Teilen des Nordwestflügeis erhalten.