Petrikirche
 
Um 1200 entstand die Petrikirche als Eigenkirche des Altenhofes, der als Wirtschaftshof zum befestigten Königshof gehörte. Ihr wurde um die Mitte des 13. Jahrhunderts westlich der noch heute erhaltene viergeschossige Turm mit westlichem Eingangsportal vorgesetzt.
Wohl noch vor 1400 wurde der Turm um ein Glockengeschoss mit großen Schallfenstern erhöht. Im letzten Viertel des 15. Jh. wurde die kleine Pfarrkirche durch ein gotisches Chorjoch und einen Kapellenanbau nach Norden erweitert.
Im 1. Viertel des 16. Jahrhunderts folgte eine weitere Kirchenerweiterung nach Süden. Wie die Grabsteinfunde während der Bauarbeiten 1870/1872 und 1955 belegen, war die Petrikirche zeitweise die Grablege der Herren v. Broich aus den Grafenhäusern Limburg und auch Daun. Mitte des 16. Jh. trat die Mülheimer Pfarrgemeinde zum evangelischen Glauben über.

In den Jahren 1870 - 1872 wurde das Langhaus der Petrikirche in neugotischem Stil erneuert. Von der alten Kirche blieben der romanische Westturm und die beiden spätgotischen Joche mit dem Polygonchor erhalten.
1912/1913 wurde die gesamte Kirche umfassend renoviert, umgestaltet und ausgemalt. Bei einem alliierten Großangriff auf die Mülheimer Innenstadt 1943 wurde auch die Petrikirche so stark getroffen, dass nur noch die Umfassungsmauern, die Strebepfeiler und der Turmstumpf erhalten blieben.

Der Wiederaufbau war nur allmählich möglich und erstreckte sich über ein Jahrzehnt von 1949 - 1958. Die Baumaßnahmen veränderten das innere und äußere Bild der Kirche erheblich, da dem Langhaus ein Satteldach unter Beseitigung der Zwerchgiebel aufgesetzt wurde. Das Langhaus erhielt eine hölzerne, kassettierte Flachdecke. Das heute stark veränderte Bild der Petrikirche entspricht den Zerstörungen des Weltkrieges und den Veränderungen in der Wiederaufbauphase, durch die der gesamte umliegende Kirchenhügel geprägt ist