Essen
 
Der Ursprung Essens läßt sich bis auf das Jahr 852 zurückführen. Dies nämlich ist das Jahr, in dem Bischof Altfrid von Hildesheim einen Damenstift auf dem Gelände seines Gutes Asnidhi (= Essen) gründet. Dieser Damenstift wurde die Keimzelle Essens. Am 8. Juli 870 wird auf dem Besitz von Bischof Altfrid das von ihm erbaute Essener Münster geweiht. Rund um dieses Kloster siedeln sich im Laufe der Zeit hauptsächlich Bauern an


um 800
Gründung eines Benediktinerklosters mit Kirche, an der Stelle der heutigen spätromanischen Basilika St. Ludgerus, durch den ersten Bischof Liudger von Münster.

852
Gründung eines freiweltlichen Damenstiftes für die Töchter des sächsischen Hochadels am heutigen Burgplatz in Essen-Mitte durch den späteren Bischof von Hildesheim, Altfrid, der hier auf "Asnidhi", dem Landgut seiner Eltern, geboren sein soll.

870
Fertigstellung und Weihe der ersten Stiftskirche.

um 900
Entstehung von Handschriften im Kloster Werden, die zu den frühesten literarischen Zeugnissen in einer germanischen Sprache zählen. Entwicklung des Klosters zu einem der kulturellen Zentren des damaligen Reiches.

946-967
Zerstörung des Essener Münsters durch Brand und Wiederaufbau auf den erhaltenen Grundmauern, die heute noch das Fundament der Domkirche bilden.

971-1011
Amtszeit der Äbtissin Mathilde, der ersten von drei Äbtissinnen aus dem sächsischen Königs- bzw. Kaiserhaus, die den Essener Kirchenschatz um einzigartige Kostbarkeiten bereichern und ihn zu einem der nach wie vor bedeutendsten in Europa machen.

1039-1058
Regierungszeit der Äbtissin Theophanu, einer Enkelin Kaiser Ottos II., die das Münster um das imposante und unverändert erhaltene Westwerk erweitern läßt.

1216
Die Essener Äbtissin wird in einem Brief von Kaiser Friedrich II. erstmals als ”Reichsfürstin” bezeichnet, ein Rang, den auch der Werdener Abt innehat.

1275
Weihe der nach zwei Großbränden wiederaufgebauten Werdener Abteikirche und Zerstörung der Essener Stiftskirche durch Feuer, die anschließend in der bis heute erhaltenen gotischen Form wiederaufgebaut wird.

1290
König Rudolf bestätigt der Fürstabtissin die vorübergehend an den Erzbischof von Köln verlorene Landeshoheit über die Stadt Essen.

1317
Erste Erwähnung der Kohle in Essen.
Ihr wird zunächst keine Bedeutung beigemessen.

1336
Offene Versuche der Essener Bürgerschaft, sich aus der Vorherrschaft des Stifts zu befreien und die Reichsunmittelbarkeit für ihre Stadt zu erlangen, die Kaiser Karl IV. schließlich 1377 gewährt.

1369
Kaiser Karl IV. verleiht der Fürstäbtissin das Recht, Kohle abbauen zu lassen.

1470
Anfänge der Büchsenmacherei in Essen.

1563
Der Rat der Stadt führt in seinem Selbstverständnis als Landesherr die Reformation in Essen ein. Die der Stiftskirche benachbarte Marktkirche wird auf Betreiben des Magistrats evangelisch.

1620
Die Schmiede von Essen produziert bereits 14.000 Gewehre und Pistolen.

1738
Essens erste Zeitung wird unter dem Titel ”Neueste Essendische Nachrichten von Staats- und Gelehrten Sachen” herausgegeben.

1802
Die Preußen vereinnahmen die Fürstentümer Werden und Essen.

1803
Mit dem Beschluß zur Aufhebung aller geistlichen Fürstentümer werden das Stift Essen und die Abtei Werden säkularisiert.

1809
Franz Dinnendahl schafft mit der ersten Förder-Dampfmaschine im Ruhrgebiet die wichtigste Voraussetzung für die Kohlegewinnung im Tiefbau.

1826
Der 14jährige Alfred Krupp übernimmt die fast bankrotte Gußstahlfabrik seines verstorbenen Vaters.

1829
Karl Baedeker gibt den ersten jener weltberühmten Reiseführer heraus, die heute noch seinen Namen tragen.

1852
Im tausendsten Jahr der Stiftsgründung erfindet Alfred Krupp den nahtlosen Radkranz für die Eisenbahn, durch dessen Produktion die Firma zum größten Konzern des 19. Jahrhunderts aufsteigt.

1864
Rund 22 Prozent der Essener Einwohner arbeiten in der Kruppschen Gußstahlfabrik.

1870-1872
Die Villa Hügel wird mit rund 220 Zimmern als repräsentativer Wohnsitz der Familie Krupp erbaut.

1892
Das Essener Stadttheater, ein Geschenk des Industriellen Friedrich Grillo, wird eingeweiht.

1896
Essen wird mit 100.000 Einwohnern Großstadt.

1906
Margarethe Krupp, Schwiegertochter Alfred Krupps, stiftet anläßlich der Hochzeit ihrer Tochter Bertha mit Gustav von Bohlen und Halbach die Wohnsiedlung Margarethenhöhe, die in den darauffolgenden Jahren im Stil einer deutschen Kleinstadt nach Entwürfen des Architekten Georg Metzendorf errichtet wird.

1912
Zur 100-Jahr-Feier der Firma Krupp kommt auch Kaiser Wilhelm II.

1913
Nach den Plänen von Professor Edmund Körner wird die eindrucksvolle Synagoge als eines der größten jüdischen Versammlungshäuser in Deutschland gebaut. Sie dient heute als Gedenkstätte und historisch-politisches Dokumentationsforum.

1916
Erster Luftangriff (während des 1. Weltkrieges) auf Essen.

1918-1924
Amtszeit des Oberbürgermeisters Dr. Hans Luther, der später Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft und von 1925 bis 1926 Reichskanzler wird.

1922
Aus der Verschmelzung des Essener Kunstmuseums mit dem Nachlaß des Hagener Industriellen und Sammlers Karl Ernst Osthaus entsteht das Museum Folkwang und entwickelt sich in der Folgezeit zu einem der bedeutendsten deutschen Kunstmuseen.

1927
Eröffnung der Fachschule für Musik, Tanz und Sprechen, der heutigen renommierten Folkwang Hochschule für Musik, Theater und Tanz.

1929
Die dritte und größte Eingemeindungswelle erweitert das Essener Stadtgebiet noch einmal um acht vorher selbständige Ortschaften, darunter auch das ehemalige geistliche Fürstentum Werden. Später - 1970 und 1975 - kommen noch Burgaltendorf und Kettwig hinzu.

1931-1933
Der Baldeneysee, heute Wassersportparadies und Naherholungsgebiet für Ausflügler aus der ganzen Region, wird von 10.000 Arbeitslosen als Absatzbecken für Schwebstoffe zur Reinerhaltung der Ruhr angelegt. Ebenfalls als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme war bereits 1929 anläßlich der "Großen RUhrländischen GArtenschau der "GRUGA-Park" entstanden.

1939-1945
Bei 272 Luftangriffen während des 2. Weltkrieges wird die Essener Innenstadt zu 90 Prozent, das übrige Stadtgebiet zu 60 Prozent zerstört.

1946-1949
Dr. Gustav Heinemann, späterer Bundespräsident, leitet als Essener Oberbürgermeister den Wiederaufbau ein.

1958
Errichtung des Bistums Essen, des sogenannten Ruhrbistums, das sieben Großstädte und zwei Landkreise umfaßt. Die ehemalige Stiftskirche wird Hohe Domkirche des Ruhrbischofs.

1958-1973
Bergbaukrise: Alle Zechen - mit Ausnahme der Schachtanlage Zollverein - stellen die Kohleförderung ein und werden zum größten Teil abgerissen.

1965
Bundesgartenschau in der Gruga, die aus diesem Anlaß auf 70 Hektar erweitert wird